Geimein - einsam
Es gibt einen Satz, den ich gerne an den Anfang stelle: „Gemeinsam gewinnen, ohne siegen zu müssen.“ Für mich beschreibt er ziemlich genau, worum es geht. Ich bin überzeugt, dass das, was unserem Leben Bedeutung gibt, nicht im Wettbewerb entsteht, sondern im Miteinander — im aufrichtigen Zueinander von Menschen, die einander sehen, hören und halten.
Vielleicht darf ich eine kleine Wortbetrachtung mitgeben, die mich seit Jahren begleitet. Wenn ich „gemeinsam“ anschaue, lese ich darin zwei andere Worte: „gemein“ und „einsam“. Beides erleben heute viel zu viele Menschen — in Familien, in Teams, in der Gesellschaft. Doch kreise ich beide ein, bleibt in der Schnittmenge etwas wunderbar Schlichtes stehen: EIN.
Drei Buchstaben, mehr nicht. Und doch wohnt darin die ganze Einladung: ein wenig mehr Rücksicht, Anerkennung, Zuwendung. Ein wenig mehr Zuhören, Verständnis, Vertrauen. Es geht nicht um die große Geste, sondern um dieses leise, mutige, vollkommen erreichbare „ein wenig mehr“.
Daraus werden für mich drei Säulen. Zueinander finden heißt: ich muss auch suchen wollen. Miteinander reden heißt: die süßen Erfolge und die sauren Misserfolge gemeinsam erleben, miteinander wachsen. Füreinander da sein heißt: verlässlich, dauerhaft, vertraulich.
Davon erzählen meine Geschichten — von Josh, der bei den Paralympics für seinen gestürzten Freund umkehrte; von dem Jungen mit nur einem Arm, dessen vermeintlich größte Schwäche zu seiner größten Stärke wurde; vom kleinen Johannes, der einmal „möglich“ werden wollte. Sie wollen nicht unterhalten. Sie erinnern uns an das, was wir längst in uns wissen — und geben die Erlaubnis, das EIN wieder zuzulassen. In uns und zwischen uns.
Zueinander. Miteinander. Füreinander. Drei Worte. Eine Haltung. Und in der Mitte das EIN.
Das Mutterhaus - wo alles begann